mpa

Studio

Kontakt

Mathias Peppler Architektur
Hertzbergstrasse 12
12055 Berlin

+49 (0)176 93175331
kontakt@mathiaspeppler.de

www.mathiaspeppler.de
Mathias Peppler Architektur auf Instagram

This is a mankinds world

Alles Bauen ist Bauen im Bestand

Die Zeit tradierter Bauweisen liegt fast vollständig hinter uns. Technische und logistische Möglichkeiten erlauben den Einsatz von Bauweisen und Bauelementen an jedem Ort und die diesem Prozess zugrunde liegenden Fertigungstechniken und Konstruktionsprinzipien sind dabei international beliebig austauschbar. Die für Generationen dogmatisch gestellte Stilfrage, ob ein Bauwerk modern ist, hat durch ihre Allgegenwärtigkeit quasi ihre Bedeutung verloren und das Ideal ist zur Normalität geworden. Somit ist alles Bauen und damit überhaupt kein Bauen mehr modern. Dennoch möchten wir nicht nostalgisch und resigniert den Kopf hängen lassen, sondern eher mit einem Schmunzeln zurückblicken und den neu entstandenen Kontext als Chance und Aufgabe verstehen. Mit der Auflösung der alten Dogmen öffnet sich der Möglichkeitsraum dafür Stil in seinem ureigensten Sinne zu begreifen und befreit von altem Ballast zu einer neuen Haltung von Wie zu gelangen.

In diesem neuen Kontext entsteht Architektur weniger aus ästhetischen oder ideellen Überzeugungen, sondern aus den drängenden Realitäten und gewachsenen Parametern unserer Zeit: steigende technische Anforderungen, die Notwendigkeit nachhaltiger Bauweisen und sich wandelnde Lebens- und Arbeitsbedingungen. Gleichzeitig liegt die entscheidende Aufgabe zunehmend darin, diese Parameter im und mit dem Bestand zu verhandeln. In diesem immer komplexer zu beurteilenden Prozess gewinnt automatisch auch Bauherrschaft an Verantwortung und Bedeutung. Die Entwicklung unserer Architekturen muss deshalb vor allem als eine Frage der Vermittlung und der Suche nach dem entsprechenden Format verstanden werden.

Doch wenn alles im Wandel ist, das Korsett der Einfluss nehmenden Parameter immer enger und der Möglichkeitsraum des Wie überwältigend erscheint, wovon dann ausgehen, woran festhalten und wohin schauen? This is a mankind’s world – im Guten wie im Schlechten. Fast alles ist vom Menschen gemacht und selbst die Orte an denen wir nicht direkt präsent sind, werden durch unsere Abwesenheit geprägt und der Mensch selbst so noch am abgeschiedensten Ort zum Kontext. Der Kontext hat sich damit vom Mikro- in den Makromaßstab verschoben und ist im weitest möglich begreifbaren Sinne selbst zum Bestand geworden. Insofern ist das, was vielleicht eh schon immer so war, heute erst recht der Fall. Alles Bauen ist Bauen im Bestand. Architektur bedeutet für uns, diese Wechselwirkungen bewusst und mit Respekt zu erkennen und nur vielleicht zu gestalten – unabhängig davon, ob sie sich im sichtbaren Kontext oder im Verborgenen äußern. Less war noch nie more und die Orte unseres Bauens noch nie kostbarer. Wir müssen lernen noch besser hinzuschauen.

© Ole Witt

Mathias Peppler hat in Karlsruhe und London studiert. Nach Stationen in Basel und Berlin bei Diener & Diener, Léon Wohlhage sowie Morger Partner folgten die Gründungen von Mata Architekten (2012) und von Mathias Peppler Architektur (2023). Johanna Keck hat in Münster, Brüssel und Bangkok studiert und wurde während ihres Studiums mehrfach mit Stipendien ausgezeichnet, unter anderem vom Deutschen Akademischen Austauschdienst, von der flämischen Regierung und Erasmus+. Sie hat zwischen Bachelor und Master Stationen bei ARCH+ in Berlin und bei Traumnovelle in Brüssel absolviert. Nach ihren Arbeitsaufenthalten folgte der Einstieg bei Mathias Peppler Architektur. Beide waren und sind regelmäßig Teil von Lehrveranstaltungen im Rahmen von Workshops und im universitären Kontext. Von 2011 bis 2018 war Mathias Peppler wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Entwerfen und Bauen im Bestand an der BTU Cottbus. Seit 2025 ist Johanna Keck Teil eines interdisziplinären Forschungsprojektes an der Freien Universität Amsterdam und promoviert zum Thema des kolonialen Erbes in der Architektur internationaler Organisationen.

Team

Mathias Peppler, Johanna Keck
w/
Thomas Peters, Mirjam Thomann, Mira Yilmaz

Credits/Kooperation

Jens Casper, Haus Döschnitz e.V.: Hannes Langguth, Matthew Crabbe, Nina Pawlicki, Luise Rellensmann, Clara Rellensmann, Vera Reimann; HtP Ziegler; Ingenieurbüro v. Spiess; Tim Bolje Arhitektura; Heye-level; Retour-Logistik; Atelier RN: Raul Naghiyev; Brandenburgische Architektenkammer; GOS Müllrose; Natural Building Lab: Matthew Crabbe, Nina Pawlicki, Eike Roswag-Klinge; Büro Olaf Rüdiger; Thomas Reh; Büro Planung und Statik: Torsten Hoppe; Kathrin Rünger; KOPPERROTH Architektur und Stadtumbau: Marcus Kopper, Martin Roth; Marco Fuhs; Christine Pursche; Ole Witt; Reinhard Bühlmeyer; Victoria Koppenwallner; Helen Ebert; Lukas Siemoneit